Laufen

1. Konditionelle Voraussetzungen

Trainierbare Grundlage beim Läufer sind die Ausdauer und die Athletik. Das Laufen ist eine relativ einseitige Belastung des Stütz- und Bewegungsapparats. Betroffen sind die unteren Extremitäten, aber auch die Wirbelsäule, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule. Viele Läufer haben neben dem geringen Verletzungsrisiko im Vergleich zum Sprint wegen der geringen Geschwindigkeit chronische Probleme mit dem Rücken.

2. Training

Der Erfolg beim Laufen ist im Training zu suchen. Die Laufbelastungen liegen je nach Disziplin zwischen 20 und 250 km pro Woche. Kompensatorisch zur einseitigen Laufbelastung sollten Dehnungs- und Kräftigungsgymnastik durchgeführt werden. Erfahrungsgemäß führen die Läufer nur widerwillig Krafttraining und Gymnastik durch. Vielen ist es auch nicht klar, dass gerade die Wirbelsäule und hier die Lendenwirbelsäule stark beim Laufen belastet werden.

3. Verletzungsrisiko

Der Laufsport bietet ein nur sehr geringes Verletzungsrisiko, dass hauptsächlich auf Umknickverletzungen bei unebenem Boden beschränkt ist. Verdrehungen (Distorsionen) des Knies und des Knöchels sowie Schürfwunden und Prellungen bei Stürzen sind die Hauptverletzungen. Tetanusschutz sollte bestehen. Nutzen Sie bei Verletzungen unsere Sportlersprechstunde Montag von 7-9 Uhr, Di-Fr. von 7:30-8:00 Uhr, wo wir sie schnell versorgen und bei Bedarf direkt weiter überweisen für Untersuchungen oder fachärztliche Behandlungen.

4. Überlastungsschäden

Problemzonen sind alle Etagen des Körpers, beginnend beim Fuß. Hier sind zusätzliche Belastungen durch Fußfehlformen und chronische Kapselbandverletzungen im Bereich des oberen Sprunggelenks zu nennen. Auch die Achillessehne kann als chronisches Problem imponieren, lange Krankheitsverläufe sind hier bei verschleppter Therapie vorprogrammiert. Im Bereich des Unterschenkels kann es durch Normabweichungen zu Überlastungen durch Fehlbelastungen kommen. Sehnenscheidenentzündungen sind eher selten anzutreffen neben dem sog. Kompartmentsyndrom. Häufiger sind Knochenhautentzündungen an der Vorderkante des Schienbeins, die jedoch oft mit der Fußfehlstellung einhergehen. Das Knie imponiert bei Fehlstellungen und muskulären Imbalancen durch Schmerzen innenseitig im Bereich der Muskeln und Sehnen. Weiterhin können ein Springerknie (jumpers knee) mit Schmerzen unterhalb der Kniescheibe vorne sowie ein Läuferknie (runners knee) mit Knorpelschaden der Kniescheibe und Fehlformen der Kniescheibe auftreten. Leistenschmerzen entstehen oft durch die nicht ausreichend trainierte und verkürzte Muskulatur, welche zusätzlich nicht ausreichend aufgewärmt wird vor ausgiebigen Läufen. Oft findet man beim Laufsportler ein Ungleichgewicht zwischen ausgeprägtem und gut durchtrainiertem Oberschenkelmuskel und schlaffen oder nicht sichtbarem Rücken- und Bauchmuskel. Das Ergebnis ist oft ein Hohl-Rundrücken, der Sportler sieht so aus als ob er einen Bauch hätte, weil dieser automatisch vorsteht. Blockierungen im Bereich der Wirbelsäule und ein Beckenschiefstand gehen mit dieser Muskeldisbalance oft einher. Der Sportarzt analysiert das und wird neben chiropraktischen Manövern auch Trainingsanleitungen geben mit entsprechenden Hinweisen zu Muskelaufbau- und Dehnübungen. Konsequentes Training des Oberkörpers kann diesen Schäden wirksam vorbeugen.

5. Vorbeugung

Das A&O der Vorbeugung o.g. Verletzungen und Überlastungsschäden ist das Antrainieren einer guten Athletik. Bei instabilen Bandverhältnissen an Gelenken, was wir in unserer sportmedizinischen Untersuchung überprüfen, empfiehlt sich das Trainieren der Reflexbögen von Sensoren des Bewegungsapparats und erregenden Nervenfasern der Muskeln (sog. Propriozeption). Wir können mit dieser Propriozeption strukturelle Defizite (z.B. Bänderriss oder –dehnung am Knöchel) teilweise ausgleichen. In der Sportmedizinischen Untersuchung weisen wir Sie auf diese Defizite und die damit verbundenen Gefahren hin. Übungen werden demonstriert. Ggf. ist es sinnvoll, Einlagen zu verordnen oder Bandagen zu tragen, die ebenfalls die Propriozeption unterstützen könn

6. Diagnostik

Bei Verletzungen und Überlastungsschäden stehen uns neben der detaillieren klinischen Untersuchung durch den Arzt mit Augen und Händen vielerlei technische Methoden zur Verfügung.

Technische Bildgebende Verfahren:

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung ist eine schnell einsetzbare und strahlungsfreie Methoden zur Diagnostik von Muskeln, Gelenken und Inneren Organen des Bauchs bei Prellungen z.B. der Flanken.

Röntgen

Zur Darstellung von Knochen ist dies die Methode der Wahl, in der Brüche diagnostiziert werden können oder Verkalkungen im Rahmen von Arthrosen (Gelenkverschleiß).

Computertomographie(CT)

Im CT können Knochen im Querschnitt dargestellt werden und beurteilt werden. Frakturen, die im normalen Röntgen nicht sichtbar sind, lassen sich so darstellen.

Kernspintomographie-Magnetresonanztomographie (MRT)

Diese Untersuchungsmethode eignet sich besonders zur Darstellung von Weichteilen, also allen Teilen des Bewegungsapparats, die nicht aus Knochen sind (Knorpel, Bänder, Sehnen, Muskel). Sie ist die Methode der Wahl bei Verdacht auf Schäden innerhalb des Knies oder der Schulter, wenn diese Gelenke im Ultraschall nicht ausreichend und eindeutig zu beurteilen sind.

Labordiagnostik

Viele Probleme wie Krämpfe, Muskelschmerzen und fehlende Ausdauer können mit einem Mangel an Mikronährstoffen wie Vitaminen oder Spurenelementen einhergehen. Unsere Laborprofile decken diese Defizite auf und lassen im Anschluss eine zielgerichtete Zufuhr der Nährstoffe zu. Im Rahmen von langfristigen Beschwerden, Verletzungen und Überlastungsschäden kommt der wiederholten Untersuchung durch den Arzt und dem Feedback durch Sie als Sportler eine hohe Bedeutung zu, insbesondere, um den Therapieerfolg zu messen.

7. Therapie

Verhaltensänderung

Der Läufer sollte auf seinen Körper hören und Schmerzen nicht ignorieren, sondern sich schonen, damit der Körper eine Chance hat, sich zu regenerieren. Eine frühe Vorstellung beim Sportarzt verhindert möglicherweise den langfristigen Verlauf von Beschwerden. Der Sportarzt wird weiterhin konkrete Anregungen zum Aufbautraining, zur Trainingspause oder zu Verhalten geben, die dringend zu verhindern sind aufgrund der bestehenden Beschwerden.

Krankengymnastik

Durch entsprechende Übungen, die in der Krankengymnastik (Physiotherapie) erlernt werden, sollen Beschwerden des Bewegungsapparats gelindert werden. Wichtig ist die regelmäßige Durchführung der Übungen über einen langen Verlauf besonders bei chronischen Problemen.

Lymphdrainage

Durch die Verletzungen kommt es oft zu lokalen Schwellungen. Diese Schwellungen entstehen durch den Austritt von Körperflüssigkeiten ins Bindegewebe. Durch die Lymphdrainage kommt es zum Abfluss der Lymphe und der Schmerzverursachenden Botenstoffe. Gut zu kombinieren ist die Lymphdrainage mit Homöopathischen Medikamenten.

Medikamente

Bei Bedarf sind Medikamente indiziert zur Unterstützung der Selbstheilung. Wir empfehlen homöopathische und regenerierende Medikamente wie z.B. Hyaluronsäure zum Knorpelaufbau bei chronischen Kniebeschwerden wegen beginnender Kniearthrose. Schmerzmittel und Kortison können im Einzelfall eingesetzt werden, sind aber kritisch zu bewerten, da sie den Schutzmechanismus des Körpers ausschalten und letzteres auf der Dopingliste steht. Der Zufuhr von Mikronährstoffen bei entsprechendem Mangel kommt auch eine hohe Bedeutung zu, um die Regeneration, die Ausdauer und die Leistungsfähigkeit zu Steigern.

Bandagen:

In Einzelfällen können Bandagen an Gelenken oder dem Rücken sinnvoll sein.

Chiropraktik

Bei Blockierungen im Bereich des Rückens setzen wir diese Methoden gerne ein, um punktuelle Schmerzen, die dadurch verursacht werden effektiv zu lindern. Oft geben wir im Rahmen dessen Hinweise zum Abbau von muskulären Defiziten im Bereich des Oberkörpers.

Kinesiologie/Kinesiotape

Die Kinesiologie und das Kinesiotaping sind eine ideale Ergänzung zur Chirotherpie bzw. Manuellen Medizin! nach eingehender Kinesiologischer Testung werden Baumwollklebestreifen mit Acrylkleber zielgerichtet mit Zug aufgeklebt. Die Streifen sind ohne Wirkstoff und halten ca. 5-7 Tage, ggf. auch 2-3 Wochen je nach Verträglichkeit! Im Profisport ist diese Methode sehr beliebt und wird errfolgreich eingesetzt!

Neuraltherapie, homöopathisch

Sie dient der Schmerztherapie durch lokale Infiltration von Komplexhomöopathika und einem lokalen Betäubungsmittel und kann der schnelleren Heilung bei Reizzuständen von Sehnen, Muskeln und Gelenken dienen.

Akupunktur

Sie dient der Schmerztherapie und kann auch der Leistungssteigerung dienen.

Stromtherapie

Durch die Anwendung niederfrequenter Ströme können Schmerzen therapiert werden und es können im Rahmen der Iontophorese Schmerzmittel in den Muskel gebracht werden.

Einlagen

Durch die Versorgung mit Einlagen nach Maß können Schmerzen auf allen Ebenen des Bewegungsapparats vom Fuß bis zu den Schultern beeinflusst werden. Sie stellen somit die Basis des Körpers beim Laufen dar.