Knorpelaufbautherapie

Die Behandlung der Arthrose ist eine vielschichtige und spannende Therapie mit vielen Optionen!

Allgemeines zur Arthrose:

Die Arthrose insgesamt und besonders des Kniegelenks ist zur Volkskrankheit avanciert. Bei den über 60-Jährigen klagt bereits jeder zweite Bundesbürger über Arthrose. Oft beginnt das Leiden schon im Jungendalter z.B. bei Fußball spielenden Kindern und Jugendlichen. Der Gelenkknorpel verbindet die Knochen beweglich miteinander. Der Knochen selbst ist nur mit einer dünnen, aber sehr schmerzempfindlichen Knochenhaut überzogen. Im Bereich der Gelenke dient der Knorpel als Stoßdämpfer zwischen den Knochen. Er ist fest am Knochen angewachsen.

Die Funktionsweise ist abhängig von optimal zueinander stehenden Gelenkkopf und Gelenkpfanne sowie einer genau aufeinander abgestimmten Kraftübertragung besonders bei Dreh- und Scherbewegungen im Knie. Knorpel unterliegt auf- und abbauenden Prozessen. Gelenkverschleiß kommt nur in den seltensten Fällen vor. Dabei handelt es sich um rheumatisch-degenerative Erkrankungen. Weiterhin kann man durch Schonung den Knorpel vor Verschleiß nicht bewahren.

Ursachen der Arthrose:

Ursachen für die Arthrose können angeborene Knorpelfehlfunktionen sein, wie sie oft an der Hüfte vorkommen. Weiterhin machen Gelenkerkrankungen im Wachstumsalter im Verlauf Probleme nach Entzündungen oder Knochenbrüchen bzw. Meniskus- und Bänderschäden. Gicht und Bakterienentzündungen sind unabhängig vom Alter möglich. Überlastungsschäden im Beruf oder beim Sport sind weitere häufige Ursachen für Arthrosen. Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Kleinste Gelenkverletzungen, die nicht vollständig ausgeheilt sind, stellen eine Schwachstelle dar. Besonders bei Sportarten mit starken Dreh- und Scherbewegungen sowie mit deutlichem Körperkontakt ist die Arthrose oft vorprogrammiert.

Im Leistungssport werden Verletzungen oft nicht ausreichend auskuriert. Häufig wird der Schmerz mit Schmerzmitteln nur betäubt und es wird mit zu kurzfristiger oder gänzlich ohne Behandlung weiter Sport betrieben. Am tückischsten sind so genannte Mikrotraumen, die der Sportler nicht als Schmerz fühlt, aber mit vielen solcher Mikrotraumen kann es auch zu arthrotischen Veränderungen kommen mit langfristigen Dauerschäden. Diese Schäden sind oft schon im Jugendalter nachweisbar im Ultraschall oder MRT, spätestens aber im Laufe des Lebens immer stärker vorhanden, vorallem wenn Kniee wegen Meniskus- oder Kreuzbandschaden operiert werden mussten. Dann macht es Sinn nach der OP mit einer Knorpelaufbautherpie zu beginnen nach ca. 4-6 Wochen, wenn sich der Zustand des Knies beruhigt hat und Knorpelschäden nachweisbar waren.

Wer rastet der rostet:

Menschen, die sich mehr bewegen, erkranken seltener an Arthrose, da die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen nur über Bewegung funktioniert. Der Knorpel wird nämlich nicht über Blutgefäße versorgt, sondern mit Hilfe der Gelenkflüssigkeit (Synovia), die von der Gelenkinnenhaut gebildet wird und in den Gelenkspalt abgegeben wird. Sie dient der Gelenkschmierung und versorgt den Knorpel gleichzeitig mit Nährstoffen.

Die Güte der Gelenkschmiere lässt aufgrund der schlechteren Durchblutung der kleinen und kleinsten Gefäße beim Rauchen einer Zigarette deutlich nach, weshalb es erfahrungsgemäß bei Rauchern verstärkt zu Knorpelverschleiß kommt. Die reibungslose Wechselwirkung von Be- und Entlastung sorgt dafür, dass die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel einmassiert wird.

Typisches Röntgenbild eines Knies mit Arthrose.

Nährstoffversorgung des Knorpels

Kommt es über einen längeren Zeitraum zu Bewegungsmangel und Fehlbelastungen, kann das besonders beim Raucher zu Nährstoffmangel im Knorpel führen. Das Knorpelgewebe wird besonders anfällig für Schäden. Weiterhin gibt es körpereigene Stoffe, so genannte Botenstoffe, die körpereigene Enzyme anregen können, die Eiweiß abbauen und somit für den eigenen Gewebeabbau verantwortlich sind. Diese so genannten Proteasen können durch Proteasehemmer wie Kartoffeln, Sojabohnen, Erbsen, Mais und Reis gehemmt werden. Werden die aufbauenden und abbauenden Prozesse gestört, kann der Knorpel dies zu einem gewissen Grad auffangen. Kann er sich jedoch nicht mehr regenerieren, so beginnen unaufhaltsam die Veränderungen in der Struktur des Knorpelgeflechts. Dies ist der Anfang der Arthrose!

Behandlungsmethoden:

Krankengymnastik:

Krankengymnastik kann bei Bewegungseinschränkungen sinnvoll sein. Tägliche Durchführung von in der Krankengymnastik erlernten Bewegungen ist das A & O der Arthroseprophylaxe und auch der Arthrosebehandlung. Schwimmen, Rudern und Radfahren sind die idealen Sportarten, um dem Gelenk die notwendige Bewegung schonened zukommen zu lassen.

Wir empfehlen unseren Patienten die Anwendung von Knorpelschutz- und Knorpelaufbaupräparaten.

a) Glucosamin:Glucosamin ist einer der Wirkstoffe, der die Knorpelneubildung anregt über die Bildung von Proteoglykanen, die in den Zwischenräumen der Knorpelmasse sitzen und sie vernetzen. Je mehr Glucosamin im Körper vorhanden ist, desto mehr Knorpelmasse wird produziert. Der Stoffwechsel des Knorpels wird weiterhin normalisiert, so dass der Knorpel weniger anfällig ist für Verschleiß. Diese Therapie ist nach Evidenzgrad 1a wirksam. Trotzdem ist diese Behandlung keine Leistung der GKV und kostet ca. 60 Euro für 5-10 Wochen Anwendungsdauer. Die Wirksamkeit des Glucosdamins wurde in mehrern placebokontrollierten doppelblinden Studien belegt (Evidenzgrad 1a).

b) Polynucleotid-Gel: Polynucleotid-Gel mittels Einspritzung direkt ins Gelenk soll die Fließfähigkeit der Gelenkschmiere verbessern und die Schmerzrezeptoren der Gelenkinnenhaut schützen, im Gegensatz zur Hyaluronsäure werden die Chondrozyten/Knorpelzellen angeregt, was das Präparat besonders für junge Arthrosepatienten interessant werden lässt. Es werden 3-5 Spritzen im Abstand von jeweils 7 Tagen je Gelenk empfohlen. Diese Therapie ist ggf. auch bei 4-gradigem Knorpelschaden wirksam. Auch nach arthroskopischen Operationen mit Knorpelglättung kann das Präparat eingesetzt werden. Auch diese Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, wir bieten 1 Spritze für ca. 69,99 € inklusive Medikament an als Wunschleistung.

c) Hyaluronsäure: Hyaluronsäure mittels Einspritzung direkt ins Gelenk soll die Fließfähigkeit der Gelenkschmiere verbessern und die Schmerzrezeptoren der Gelenkinnenhaut schützen. Es werden 5 Spritzen im Abstand von jeweils 7 Tagen je Gelenk empfohlen. Diese Therapie ist nach Evidenzgrad 1b wirksam. Auch diese Behandlung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, wir bieten 5 Spritzen für 180 € inklusive Medikament an als Wunschleistung.Die Wirksamkeit der Hyaluronsäure wurde in einer placebokontrollierten doppelblinden Studien belegt (Evidenzgrad 1b). Wir verwenden dabei die Spritze mit der höchsten Konzentration an Hyaluronsäure, so enthält jede Spritze 30mg des Wirkstoffs, bei anderen Präparaten sind es oft nur 20-25 mg.

Einlagenversorgung

Ideal ist bei einer Kniearthrose eine eingehende Untersuchung des gesamten Beins und ggf. die Versorgung mit Einlagen, wenn eine Fußdeformität vorliegt. Dabei sollte das Knie besonders durch eine weichgebettete Ferse entlastet werden.

Raucherentwöhnung

Die Rauchabstinenz soll zur Verbesserung der Ernährung des Knorpels durch die Gelenkflüssigkeit führen. Zur Nikotinentwöhnung bieten wir die Akupunktur an, mit der Sie in 4 Tagen zum Nichtraucher werden können, wenn Sie es wollen. Neben den aufbauenden Verfahren gibt es Methoden zur Schmerzreduktion neben den üblichen bekannten Schmerzmittel wie Paracetamol, Diclofenac und Ibuprofen. Diese werden im Folgenden besprochen:

Stromtherapie

Bei entzündeten Gelenken (Gelenkarthritis) kann die Entzündung durch eine tägliche Stromtherapie vermindert werden wie wir Sie Ihnen anbieten.

RSO (Radiosynoviorthese)

Diese Methode vermindert die Schmerzentstehung durch freie Kristallkörper im Gelenk, indem die entzündete Gelenkinnenhaut durch eingespritzte radioaktive Elemente zerstörend beeinflusst wird. Anschließend kommt es zu einer Schmerzreduktion.

Röntgentiefenbestrahlung

Hierbei wird das Knie 6x für 1-2 Minuten mit weichen Röntgenstrahlen bestrahlt. Die aufgenommene Strahlendosis ist dabei sehr gering. Die Behandlung dauert 3 Wochen.

Bandagenversorgung

Besonders bei nach außen laufender Kniescheibe (lateralisierte Patella) haben sich Bandagen bewährt, die die Kniescheibe beim Kniebeugen nach innen führen und dabei effektiv die Arthrose hinter der Kniescheibe weniger schmerzhaft werden lassen.

Nutzen Sie bei Verletzungen unsere Sportlersprechstunde Mo.-Fr. von 7:30-8:00 Uhr, wo wir sie schnell versorgen und bei Bedarf direkt weiter überweisen für Untersuchungen oder fachärztliche Behandlungen. Bei chronischen Schmerzen im Bereich des Knies vereinbaren Sie einen längeren Termin zur eingehenden Untersuchung auch am Abend oder Samstags.