Infektbehandlung

Infekterkrankungen gehören zu häufigen Beratungs- und Untersuchungsanlässen in unserer hausärztlichen Praxis. Besonders Erkältungsbeschwerden stehen im Vordergrund neben Durchfall und Harnwegsinfekten sowie seltenen schwerwiegenden Infekten der Haut, der Lunge (Lungenentzündung) oder der Hirnhäute bzw. des Gehirns (Meningitis/Enzephalitis).

80% der Erkältungskrankheiten sind viral bedingt, d.h. ein Virus, nicht aber ein Bakterium sind die Ursache. Virale Infekte haben die Eigenschaft, dass sie sich selbst begrenzen und idR spontan ausheilen. Ebenso sprechen diese Infekte NICHT auf ein Therapie mit Antibiotika an. Neben körperlicher Schonung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr (2-3l/Tag) und zum Beispiel Inhalieren können Hausmittel zum Einsatz kommen. Gut sind abschwellende Therapien mittels ASS, Ibuprofen oder Paracetamol bzw. lokal in der Nase auch mittels Nasenspray. Daneben gilt es den Schleim/Eiter flüssig zu machen mittels Schleimlösern wie Ambroxol oder ACC. Neben diesen beiden Wirkprinzipien gibt es eine Reihe von naturheilkundlichen Präparaten. Diese empfehlen wir Ihnen je nach Ergebnis der Untersuchung in der Praxis. All diese Erkältungsmittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Bei einer Krankenkasse können Sie sich jedoch bis zu 100 Euro im Jahr erstatten lassen, wenn die Medikamente ärztlich verordnet auf einem Rezept waren, wenn sie die Quittungen einreichen.

Eitrige schwergradige Infekte mit oft farbigem Auswurf bedürfen der Therapie mittels Antibiotikum. Hier gibt es auch die Empfehlung, diese Infekte gemäß Leitlinie mit einfachen Antibiotika zu behandeln wie Penicillin oder Amoxicillin. Der Einsatz von hochspeziellen Breitsprektrumantibiotika hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass sich sehr viele Resistenzen gebildet haben und schwerwiegende Komplikationen bei Patienten in Krankenhäusern verstärkt auftreten durch MRSA oder andere sogenannte nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) manchmal tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.

Wir versuchen in unserer Praxis zurückhaltend Antibiotika einzusetzen, letztlich auch, um Ihre eigene Darmflora zu schützen, die unter vielen Antibiotikatherapien stark leidet. Dies gelingt uns auch, in der Statistik unserer Verordnung bei der KV liegen wir knapp 30% unter dem Schnitt unserer Fachgruppe.

Sie können durch einen frühzeitigen Termin mit entsprechend frühzeitiger Krankmeldung zu einer schnellen Genesung ohne Antibiotikum beitragen! Infekte sollten nicht übergangen werden, nichts selten sind wochen- bis monatelange Hustenattacken die Folge davon!

Ähnlich ist es bei Durchfallerkrankungen, auch diese sind oft viral bedingt, besonders wenn sie wie Wasser sind und dann in der Regel nach 24-48 Stunden vorbei. Wichtig hierbei ist auch wieder die ausreichende Flüssigkeitszufuhr mittels gut durchgezogenem Tee, der eine beruhigende Wirkung auf die entzündeten Schleimhäute hat. MCP oder Dimenhydrinat wirken gut gegen Übelkeit. Loperamik oder Sacharomyces boulardii wirken gut gegen Durchfall. Ggf. kann man die Elektrolyte oder Salze mittels spezieller Pulverlösungen auffüllen.

Harnwegsinfekte sind bei Frauen sehr häufig, da die Harnröhre sehr kurz ist und treten immer dann vermehrt auf, wenn wenig getrunken wird. Hier sollte immer ein Streifentest und bei immer wieder kehrenden Infekten eine Anzüchtung im Labor erfolgen mit Erreger- und Resistenzbestimmung.

Bei bakteriellem Infekt erfolgt die Behandlung mittels Antibitikum. Nebenwirkung auch hier ist nicht selten die Zerstörung der Standortflora nicht nur im Darm, sondern in der Scheide, was nicht selten zu einer Pilzerkrankung als Nebenwirkung der Antibiotikatherapie führt.

Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr können Frauen ihren Urin etwas ansäuern, was am einfachsten mit Vitamin C erfolgen sollte, z.B. 100mg einmal tgl. genommen, wirkt ganz effektiv. Bestimmungen des pH Werts im Urin zeigen dies. Hierunter kann die Infektrate sinken. Ggf. ist insbesondere bei Säuglingen ein fachurologische Vorstellung erforderlich.

Die Infektion des Gehirns und der Hirnhäute ist ein Notfall. Hier sollte eine umgehende Vorstellung beim Arzt auch zur Hirnwasseruntersuchung erfolgen.

Ein eiterer schwerwiegender Infekt ist das Pfeiffersche Drüsenfieber, das ebenfalls durch Viren bedingt ist und gerade den Erwachsenen bis zu mehreren Monaten außer Gefecht setzen kann.

Vorbeugen für besonders die Erkältungsinfekte kann man durch regelmässiges kaltes duschen, das den Körper erlernen lässt, sich schnell wieder aufzuwärmen oder durch den Saunabesuch, der ungefähr die gleichen Mechanismen in Gang setzt. Wie der Name schon sagt, ist die er-Kältung, eine unpassende Reaktion des Körpers auf Kälte, vorallem in der Übergangszeit, wenn man z.B. in der Sonne leicht schwitzt und dann z.B. leicht bekleidet im Schatten und bei Wind schnell friert und sich somit erkältet. Durch regelmässiges kaltes Duschen lernt und übt der Körper, sich sehr schnell wieder aufzuwärmen, was besonders morgens sehr angenehm ist und ein schnelles wohlig warmes Gefühl vermittelt und den Betreffenden schneller wach werden lässt...

Durch eine Sanierung der Darmflora ist es auch möglich, das Immunsystem wieder fit zu machen.

Bei Kindern sollte man wissen, das häufige Infekte normal sind. Bis zu zehn minus Alter Infekte "braucht" das Kind letztlich, um immunkompentent zu werden, aber auch hier kann man oft auf eine antibiotische Therapie verzichten!