Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislaufsystem ist das wichtigste und nicht zuletzt auch anfälligste Organsystem im menschlichen Körper!

Alle drei Monate persönlich zur Kontrolle kommen!

Entscheidender und leicht messbarer Parameter ist der Blutdruck. Daher möchten wir auch bei jedem Patienten wenigstens alle drei Monate den Blutdruck messen und dadurch die Therapie überwachen. Die Hauptstörung, der Bluthochdruck oder auch Hypertonie ist die am weitesten vebreitete Krankheit mit zunehmendem Alter. Man sagt, das ca. 50% der 50-Jährigen bluthochdruckkrank sind. Der Anteil der Erkrankten steigt mit jedem Jahr um ein weiteres Prozent, 80% der 80-Jährigen haben Bluthochdruck. Die Ursache ist in 95% der Fälle unbekannt. Diskutiert wird, dass es eine Vorstufe der Blutzuckerkrankheit sein könnte, da es auch Insulinrezeptoren auf der Gefäßoberfläche gibt, die bei Bluthochdruck ihre Funktion, das Gefäss zu erweitern, verlieren.

Die stille Krankheit bringt einen um. (The silent disease may kill you)

Es ist also wie eine Art Seuche im zivilisierten Deutschland. Leider merkt man als Patient nicht viel davon, denn es tut nicht weh. Daher geniesst die Krankheit auch den Namen: Stille Krankheit. Und daher wissen auch nur die Hälfte der Betroffenen, dass sie die Krankheit haben, von dieser Hälfte wird wiederhum nur die Hälfte überhaupt behandelt und von dem behandelten Viertel der Betroffenen wiederum nur die Hälfte gut, d.h. am Ende sind nur einer von acht Patienten mit Bluthochdruck gut behandelt. Gut behandelt heisst hier, dass in JEDEM ALTER der Blutdruck unter 135/85 liegen sollte unter Therapie mit Tabletten und Sport. Der Pulsschlag (Herzfrequenz) sollte im Bereich 60-80, unter Therapie eher Richtung 60/Minute liegen, insebesondere unter Betablockertherapie.

Die Folgekrankheiten des Bluthochdrucks sind sehr vielfältig:

1. Herzinfarkt und Schlaganfall
2. Demenz
3. Nierenversagen mit Dialysepflicht

...in diesen Fällen merkt man die Folgen des zu hohen Blutdrucks, leider ist das Kind dann aber schon in den Brunnen gefallen! Nach Herzinfarkt und Schlaganfall muss der Blutdruck etwas höher eingestellt werden, weil Studien gezeigt haben, dass das zu diesem Zeitpunkt im gesamten Körper schon stark geschädigte Gefäßsystem sonst eine normale Durchblutung bei 120/80 nicht mehr zulässt und die Sterberate hierunter steigt.

Rechtzeitig zum Checkup!

D.h. wir setzen früher an und legen in unserer Praxis sehr viel Wert darauf, Ihren Blutdruck zu messen und ihn auch entsprechend einzustellen. Dazu stehen uns etliche Gruppen an Arzneien zur Verfügung. Man sollte mit zwei Wirkstoffgruppen die Therapie beginnen, kontrollieren und entsprechend anpassen im Verlauf. Wichtig ist, dass der Blutdruck nachts im Vergleich zum Tag abfällt.

Dazu ist die 24-Stundenmessung der Goldstandard in der Diagnostik. Hierbei bekommen Sie ein Gerät mit nach hause über nacht und es werden 70 Messungen durchgeführt, die man am nächsten Tag direkt auswerten kann.

Die Leistungsfähigkeit des Herzens untersuchen wir mittels Belastungs-EKG auf dem Fahrrad und Blutanalysen. Zur Rhythmusdiagnostik kann man das EKG und Langzeit-EKG einsetzen.

Alle technischen Geräte in unserer Praxis werden jährlich bzw. im vorgeschriebenen Zeitintervall untersucht nach der MedGV, um Ihnen höchsten technischen Standard bei den Untersuchungen zu bieten!

Den Blutdruck im Auge behalten, besonders, wenn er grenzwertig ist!

Wenn Sie den Blutdruck zuhause selbst messen, setzen Sie sich dazu zunächst zehn Minuten ruhig hin und starten dann die Messung. Wir empfehlen Oberarmmessgeräte, da sie in unseren Augen weniger Fehler bei der Messung machen können als mit den Handgelenkmeßgeräten. Diese Geräte sind, wenn Sie an Bluthochdruck leiden auch verordnungs- und erstattungsfähig durch die Krankenkasse.

Der Blutdruck sollte kontinuierlich gemessen und beobachtet werden, d.h. mindestens einmal im Quartal sollten wir uns sehen und darüber sprechen, wie die Messungen aussehen!