Football

1. Konditionelle Voraussetzungen

Die Kondition (lateinisch: conditio = Bedingung für etwas) beim Footballspieler umfasst vielerlei Fähigkeiten und Eigenschaften. Trainierbare Grundlage all dieser Fähigkeiten sind die Ausdauer, die Antrittsschnelligkeit und die Athletik. Mitbringen sollte der Spieler den Willen und den Intellekt, im Wettkampf erfolgreich zu sein. Die Kenntnis der Spielzüge in der Defense wie auch in der Offensive sind grundlegend erforderlich. Aufbauend darauf lassen sich weitere Fähigkeiten wie Koordination, Bewegungsfertigkeiten, Taktik und Soziale Fähigkeiten (Mannschaftssport!) entwickeln. Denn wie sollte die taktische Order bestimmter standardisierter Spielzüge realisiert werden, wenn nicht das notwendige technische Können vorhanden ist; welchen Sinn hätte die Defense, wenn der Gegenspieler in puncto Schnelligkeit und Ausdauer in allen Punkten überlegen ist; auf welche Weise sollte schließlich ein kooperatives Mannschaftsspiel zustande kommen, wenn dem Mitspieler das Erfassen bzw. Umsetzen gegebener Wettkampfsituationen unmöglich ist. Neben der Kondition erfordert der Football bei den Sportlern mehr als bei vielen anderen weniger Körper betonten Sportarten ein höheres Körpergewicht.

2. Training

Der Erfolg im Football ist immer im Training zu suchen. Hier soll eine Verbesserung der Handlungsfähigkeit der Spieler erreicht werden. Neben den Faktoren der Ausdauer und der Antrittsgeschwindigkeit durch entsprechendes Lauf- und Sprinttraining kommt es hier auch auf die Verbesserung der Leistung als Mannschaftsspieler an. Zum Stellenwert guter Ausdauer und möglichst hoher aerober Belastbarkeit lesen Sie bitte das Kapitel zum Leistungstest. Der einzelne hat sich hierbei dem Erfolg der Mannschaft zu verpflichten und hierin unterzuordnen. Im Wettkampf oder Spiel wird der Mannschaft gezeigt, was zu trainieren ist in der weiteren Vorbereitung. D.h., der Analyse von Spielergebnissen und den abgelaufenen Spielzügen im zurückliegenden Spiel kommt eine hohe Bedeutung zu. Kritisch zu beobachten sind Faktoren der Mannschaft als Ganzes und einzelner Spieler auf ihren Positionen. Wichtig ist das Training von Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Taktische Besprechungen sind unerlässlich im Football. Aufwärmen und Dehnen ist am Beginn eines jeden Trainings ein Muss und Abwärmen am Ende ebenso. Professionelle Mannschaften zeichnen sich dadurch aus, dies regelmäßig zu tun. Verantwortungsbewusste Trainer halten ihre Spieler dazu an, dies auch tatsächlich umzusetzen, wenngleich nicht jeder Spieler darin sofort einen tieferen Sinn erkennt. Langfristig führt dieser wenig umfangreiche Zeitaufwand von ca. 15-20 Minuten je Trainingseinheit zu weniger Muskelverletzungen und weniger Muskelkater nach Belastung, d.h. die Regeneration wird beschleunigt.

3. Verletzungsrisiko

Der Football bietet ein sehr hohes Verletzungsrisiko besonders von Knöchel und Knie. Besonders Außenbänder des Knöchels, das Vordere Kreuzband und der Innenmeniskus sowie das innere Seitenband des Knies sind häufig verletzt. Blockierungen und Zerrungen und Prellungen im Bereich des Rückens kommen hinzu. Ursächlich dafür sind die Bewegungen im Zweikampf, die oft von Dreh- und Scherkräften geprägt sind. Das Verletzungsrisiko ist dadurch oft noch größer als im Fußball, weil die Spieler in der Regel mit einem höheren Körpergewicht diese Bewegungen durchführen und entsprechend größer auch die Kräfte auf die beteiligten Gelenke sind. Die meisten Verletzungen treten dann auf, wenn ein ausgiebiges Aufwärmen fehlt und das Dehnen vor dem Spiel bzw. Training ebenfalls zu kurz kommt. Der belastete Einbeinstand erfordert im Spiel eine optimale Stabilisierung in der Achse Knöchel und Knie sowie Becken-Rumpf-Bereich. Eine verminderte Kontrolle und Stabilität im Becken kann neben Verletzungen auch zu Überlastung der stabilisierenden Muskelgruppen führen. Dies führt dann zu Beschwerden im Bereich der Bauchmuskeln, Brustmuskeln und zu Schmerzen der Oberschenkelmuskulatur, die an der Leiste ansetzt bzw. zur sog. Weichen Leiste ähnlich wie beim Fußballer. Blockierungen im Bereich der oberen Brustwirbelsäule und Halswirbelsäule können auch zu "gefühlten" Schulterschmerzen führen. Der erfahrene Sportmediziner analysiert bei entsprechenden Schmerzsyndromen den gesamten Bewegungsapparat im betroffenen Bereich. Nutzen Sie bei Verletzungen unsere Sportlersprechstunde Montag von 7-9 Uhr, Di-Fr. von 7:30-8:00 Uhr, wo wir sie schnell versorgen und bei Bedarf direkt weiter überweisen für Untersuchungen oder fachärztliche weiterführende Behandlungen.

4. Überlastungsschäden

Problemzonen sind hier das Knie und die Leiste des Footballers. Das Knie wegen der häufig vorhandenen O-Beine und dem entsprechenden Knorpelschaden hinter der Kniescheibe und oftmals verkürzter oder nicht ausreichend trainierter Muskulatur. Die Leistenschmerzen entstehen auch oft durch die nicht ausreichend trainierte und verkürzte Muskulatur, welche zusätzlich oft nicht ausreichend aufgewärmt wird vor dem harten Einsatz in Training oder Spiel. Oft findet man beim Footballer wie bei jedem Laufsportler ein Ungleichgewicht zwischen ausgeprägtem und gut durchtrainiertem Oberschenkelmuskel und schlaffen oder nicht sichtbarem Rücken- und Bauchmuskel. Das Ergebnis ist oft ein Hohlkreuz, der Sportler sieht so aus als ob er einen Bauch hätte, weil dieser automatisch vorsteht. Blockierungen im Bereich der Wirbelsäule und ein Beckenschiefstand gehen mit dieser Muskeldysbalance oft einher. Der Sportarzt analysiert das und wird neben chiropraktischen Manövern auch Trainingsanleitungen geben mit entsprechenden Hinweisen zu Muskelaufbau- und Dehnübungen. Konsequentes Training des Oberkörpers kann somit diesen Schäden wirksam vorbeugen.

5. Vorbeugung

Das A&O der Vorbeugung o.g. Verletzungen und Überlastungsschäden ist das Antrainieren einer guten Athletik. Bei instabilen Bandverhältnissen an Gelenken, was wir in unserer sportmedizinischen Untersuchung überprüfen, empfiehlt sich das Trainieren der Reflexbögen von Sensoren des Bewegungsapparats und erregenden Nervenfasern der Muskeln (sog. Propriozeption). Wir können mit dieser Propriozeption strukturelle Defizite (z.B. Bänderriss) teilweise ausgleichen. In der Sportmedizinischen Untersuchung weisen wir Sie auf diese Defizite und die damit verbundenen Gefahren hin. Übungen werden demonstriert. Ggf. ist es sinnvoll, Bandagen zu tragen, die ebenfalls die Propriozeption unterstützen können. Die passende Bandage für jeden einzelnen Sportler wird Ihnen Ihr Sportarzt vorschlagen.

6. Diagnostik

Bei Footballunfällen stehen uns neben der detaillieren klinischen Untersuchung durch den Arzt mit Augen und Händen vielerlei technische Methoden zur Verfügung.

Technische Bildgebende Verfahren

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung ist eine schnell einsetzbare und strahlungsfreie Methoden zur Diagnostik von Muskeln, Gelenken und Inneren Organen des Bauchs bei Prellungen z.B. der Flanken.

Röntgen

Zur Darstellung von Knochen ist dies die Methode der Wahl, in der Brüche diagnostiziert werden können oder Verkalkungen im Rahmen von Arthrosen (Gelenkverschleiß).

Computertomographie(CT)

Im CT können Knochen im Querschnitt dargestellt werden und beurteilt werden. Frakturen, die im normalen Röntgen nicht sichtbar sind, lassen sich so darstellen.

Kernspintomographie-Magnetresonanztomographie (MRT)

Diese Untersuchungsmethode eignet sich besonders zur Darstellung von Weichteilen, also allen Teilen des Bewegungsapparats, die nicht aus Knochen sind (Knorpel, Bänder, Sehnen, Muskel). Sie ist die Methode der Wahl bei verdacht auf Schäden innerhalb des Knies oder der Schulter, wenn diese Gelenke im Ultraschall nicht ausreichend und eindeutig zu beurteilen sind.

Labordiagnostik

Viele Probleme wie Krämpfe, Muskelschmerzen und fehlende Ausdauer können mit einem Mangel an Mikronährstoffen wie Vitaminen oder Spurenelementen einhergehen. Unsere Laborprofile decken diese Defizite auf und lassen im Anschluss eine Zielgerichtete Zufuhr der Nährstoffe zu. Im Rahmen von langfristigen Beschwerden, Verletzungen und Überlastungsschäden kommt der wiederholten Untersuchung durch den Arzt und dem Feedback durch Sie als Sportler eine hohe Bedeutung zu, insbesondere, um den Therapieerfolg zu messen.

7. Therapie

Verhaltensänderung

Der Footballer sollte auf seinen Körper hören und Schmerzen nicht ignorieren, sondern sich schonen, damit der Körper eine Chance hat, sich zu regenerieren. Eine frühe Vorstellung beim Sportarzt verhindert möglicherweise den langfristigen Verlauf von Beschwerden bzw. das Entstehen dauerhafter Schmerzen. Der Sportarzt wird weiterhin konkrete Anregungen zum Aufbautraining, zur Trainingspause oder zu Verhalten geben, die dringend zu verhindern sind aufgrund der bestehenden Beschwerden.

Krankengymnastik

Durch entsprechende Übungen, die in der Krankengymnastik (Physiotherapie) erlernt werden, sollen Beschwerden des Bewegungsapparats gelindert werden. Wichtig ist die regelmäßige Durchführung der Übungen über einen langen Verlauf besonders bei chronischen Problemen.

Medikamente

Bei Bedarf sind Medikamente indiziert zur Unterstützung der Selbstheilung. Wir empfehlen homöopathische und regenerierende Medikamente wie z.B. Hyaluronsäure zum Knorpelaufbau bei chronischen Kniebeschwerden wegen beginnender Kniearthrose. Schmerzmittel und Kortison können im Einzelfall eingesetzt werden, sind aber kritisch zu bewerten, da sie den Schutzmechanismus des Körpers ausschalten und letzteres auf der Dopingliste steht. Der Zufuhr von Mikronährstoffen bei entsprechendem Mangel kommt auch eine hohe Bedeutung zu, um die Regeneration, die Ausdauer und die Leistungsfähigkeit zu Steigern.

Bandagen

In Einzelfällen können Bandagen an Gelenken oder dem Rücken sinnvoll sein.

Chiropraktik

Bei Blockierungen im Bereich des Rückens, die beim Football nicht selten sind, setzen wir diese Methoden gerne ein, um punktuelle Schmerzen, die dadurch verursacht, werden effektiv zu lindern. Oft geben wir im Rahmen dessen Hinweise zum Abbau von muskulären Defiziten im Bereich des Oberkörpers.

Akupunktur

Sie dient der Schmerztherapie und kann auch der Leistungssteigerung dienen.

Stromtherapie

Durch die Anwendung niederfrequenter Ströme können Schmerzen therapiert werden und es können im Rahmen der Iontophorese Schmerzmittel in den Muskel gebracht werden.