Blutdruck-/Blutzuckertherapie

Die Krankheiten Bluthochdruck und Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit) sind beides Krankheiten, die man nur durch Messungen bestimmen und kontrollieren kann und von denen man ziemlich lange selbst als Betroffener nichts merkt!

Bluthochdruck:

Nur die Hälfte der Betroffenen wissen, dass sie die Krankheit haben, von dieser Hälfte wird wiederhum nur die Hälfte überhaupt behandelt und von dem behandelten Viertel der Betroffenen wiederum nur die Hälfte gut, d.h. am Ende sind nur einer von acht Patienten mit Bluthochdruck gut behandelt. Gut behandelt heisst hier, dass in JEDEM ALTER der Blutdruck unter 135/85liegen sollte unter Therapie mit Tabletten und Sport.

Die Folgekrankheiten des Bluthochdrucks sind sehr vielfältig:

1. Herzinfarkt und Schlaganfall
2. Demenz
3. Nierenversagen mit Dialysepflicht

...in diesen Fällen merkt man die Folgen des zu hohen Blutdrucks, leider ist das Kind dann aber schon in den Brunnen gefallen! Nach Herzinfarkt und Schlaganfall muss der Blutdruck etwas höher eingestellt werden, weil Studien gezeigt haben, dass das zu diesem Zeitpunkt im gesamten Körper schon stark geschädigte Gefäßsystem sonst eine normale Durchblutung bei 120/80 nicht mehr zulässt und die Sterberate hierunter steigt.

Regelmäßig zum Checkup, alle drei Monate zur Kontrolle!

D.h. wir setzen früher an und legen in unserer Praxis sehr viel Wert darauf, Ihren Blutdruck zu messen und ihn auch entsprechend einzustellen. Dazu stehen uns etliche Gruppen an Arzneien zur Verfügung. Man sollte mit zwei Wirkstoffgruppen die Therapie beginnen, kontrollieren und entsprechend anpassen im Verlauf. Wichtig ist, dass der Blutdruck nachts im Vergleich zum Tag abfällt.

Goldstandard der Therapieüberwachung ist demnach die 24-Stunden-Messung.

Bei der Auswahl der Medikamente steht wie sonst natürlich auch der Patient mit seinen individuellen Krankheiten und Verträglichkeiten im Mittelpunkt. Danach richtet sich die Wahl der Medikamente. In der Regel muss die Dosis und Auswahl an das Alter und besonders die Nierenfunktion angepasst werden. Da die Niere eines der wichtigsten Organe ist, das unter Bluthochdruck leidet muss hier regelmässig die Funktionsfähigkeit mittels z.B. Mikraltest (Sind die Mikrostrukturen der Niere noch funktionsfähig?) und Bestimmung der Glomerulären Filtrationsrate (Schafft es die Niere noch, den Körper zu entgiften?) überprüft werden.

Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit):

Auch diese Erkrankung merkt man nicht automatisch sofort. Vermehrter Durst und Gefühlsstörungen an den Beinen können erste Hinweise sein. Die Gefühlstsörungen treten aber erst 8 Jahre nach Beginn der Krankheit auf. Dementsprechend wird die Diagnose in Deutschland in der Regel auch erst 8 Jahre nach Krankheitsbeginn gestellt. D.h. man muss schon danach suchen, um die Diagnose zu finden.

Normale nüchterne Zuckerwerte liegen bei 55-105 mg/dl. Die Bestimmung im Blut des Arms ist der Goldstandard. Die Bestimmung am Finger nicht so genau!

Wenn wir als gesunder Mensch Zucker zu uns nehmen porduziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, dass den Zucker in die Zellen schafft aus dem Blut hinaus, d.h. es kommt zu keinen erhöhten Blutzuckerspiegeln.

Typ 1 Diabetes, Jugendlicher Diabetes

Beim Diabetiker vom jugendlichen Typ ist die Bauchspeicheldrüse zerstört, d.h. er produziert kein Insulin und muss daher zu jeder Mahlzeit spritzen und ggf. nochmal nachts was, damit er morgens um die 100 ankommt mit seinem Nüchternzucker.

Typ 2 Diabetes, Altersdiabetes

Beim Altersdiabetiker ist es meist so, dass in der Regel wegen Übergewicht das Insulin nicht mehr ausreichend auf der Oberfläche der Fettmassen wirkt. Man spricht dann von einer sog. Insulinresistenz. D.h. Zucker kann nicht mehr ausreichend aus dem Blut abtransportiert werden ind die Zellen.

Körperliches Training hilft dem Körper am meisten!

Am effektivstn lässt sich die Insulinresistenz verbessern durch körperliches Training! Schon 3x30 Minuten z.B. strammes Spazierengehen pro Woche reduziert die Insulinresistenz um 50%. Das schafft kein Medikament! Leider bewegen wir uns in unserer zivilen Gesellschaft aber grudnsätzlich zu wenig, sodass wir in der Regel auch auf Medikamente zurück greifen müssen.

Metformin beim Altersdiabetes Goldstandard

Hier ist das beste Präparat Metformin mit einer empfohlenen Dosis von 2x1000mg, wenn die Niere noch nicht zu stark beschädigt ist. Daneben gibt es DPP4-Hemmer und eine zu spritzende Medikamentengruppe ohne Insulin. All diese Medikamente haben den enormen Vorteil im Vergleich zum Insulin, dass sie NICHT zu einer Gewichtszunahme führen. Das ist auch der größte Nachteil, dass man mit dem Insulin zwar super den Blutzucker senken kann, aber der Zucker wird natürlich gespeichert im Körper in Form von Fett in den Fettzellen.

Insulin vermeiden hilft weiteres Übergewicht zu verhindern.

Man sagt daher, dass man unter einer Insulintherapie in der Regel 10-15kg zunimmt! Aber auch hier ist die Bewegung das A und O, denn wenn man die Insulinresistenz halbieren kann, dann kann man manchmal z.B. auch die Insulindosis halbieren, d.h. weniger Zucker wird als Fett eingebaut!

Diabetes schädigt den gesamten Körper auf vielfältige Art und Weise

Diabetes schädigt alle Gefäße und damit Herz, Hirn und Nieren. Aber auch das Nervensystem leidet sehr darunter wie auch das Immunsystem. Durch die zunehmende Fetteinlagerung kann es zu einer Fettleberentzündung kommen. Die Folgen sind weitreichend.

Eine gute Einstellung muss ans häusliche und soziale Umfeld angepasst sein.

Daher machen wir bei allen Patienten alle drei Monate eine umfangreiche Blutanalyse und passen die Dosis kontinuierlich an die Werte an! Ebenso muss natürlich auch die Therapie an die Lebensumstände angepasst werden, wobei Unterzuckerungen dringend zu vermeiden sind!

Entscheidend ist hier gerade auch bei älteren Patienten, dass der Hausarzt das häusliche Umfeld kennt, ggf. die Angehörigen mit eingeschaltet werden oder der häusliche Pflegedienst!

Daher ist es auch wichtig diese Krankheit wie grundsätzlich alle Krankheiten im häuslichen Kontext zu behandeln. Klinik- oder Rehaaufenthalte können zwar Impulse geben, aber letztlich ist die Implementierung im häuslichen Umfeld die entscheidende Komponente, wenn die Therapie erfolgreich sein soll und der Langzeitzucker bei älteren Patienten unter 7,5% liegen soll!