Allergietest/Darmdiagnostik

Allergietest und Hyposensibilisierung

In unserer Praxis führen wir den bekannten Allergietest auf der Haut durch mit 20 Stoffen im Rahmen der Heuschnupfen-, Hausstaubmilben- und Tierallergiediagnostik. Alle anderen Allergien können aus dem Blut mittels IgE Bestimmung diagnostiziert werden. Der Haut-Test dauert 20 Minuten und darauf basierend führen wir auch Hyposensibilisierungstherapien an per Spritze oder Tropfen.  Beim Spritzensystem gibt es die ganzjährige Behandlung alle 6 Wochen oder das Kurzzeitschema mit 7 Spritzen vor der Saison!

Darmdiagnostik

Aufgrund des hohen Leidensdruck der Patienten mit Bauchbeschwerden bieten wir eine breite Palette an Darmdiagnostik an. Dies umfasst die Diagnostik von Nahrungsmittelallergien, von Intoleranzen gegen Laktose, Fruktose und Sorbitol, Funktionsuntersuchungen der Bauchspeicheldrüse mit Bestimmung der Pankreatischen Elastase 1 und Untersuchung auf Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) im Stuhl. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Darmflora mikrobiologisch zu bestimmen inklusive Fäulniserregern und Pilzbefall. Im kombinierten sensitiven Stuhltest können wir mit sehr hoher Sensitivität im Stuhl Hinweise auf Darmkrebs diagnostizieren.

Nahrungsmittelallergien

Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören zu den am häufigsten von Patienten beklagten Beschwerden. Sie äußern sich im Bauchbereich in Form von Schmerzen, Missempfindungen, Völlegefühl, Flatulenz oder einem wiederkehrendem Durchfall. In einem hohen Prozentsatz bleiben diese Untersuchungen jedoch ohne Befund. Dies hat zur Folge, dass die mit wechselnder Intensität und Lokalisation auftretenden Beschwerden als "funktionell" eingestuft werden. Übliche Diagnosen lauten "Reizmagen" oder "Reizdarm". Bevor die Diagnose Reizmagen oder Reizdarm gestellt wird, sollten auch Ursachen ausgeschlossen werden, die bei einer üblichen Routinediagnostik (Gastroskopie, Koloskopie, Ultraschall des Bauchs) nicht erfasst werden. Hierzu gehören Milchzuckerunverträglichkeit, Fruchtzucker- und Sorbitmalabsoption oder Nahrungsmittelallergien, die sich in etwa 20 % der Fälle an den Organen des Gastrointestinaltraktes manifestieren. Unverträglichkeitsatemtests führen wir in unserer Praxis als Standard durch sowohl auf Laktose, Fruktose als auch Sorbit.

IgE-vermittelte Allergien

Unter den Lebensmittelallergien stellen die IgE-vermittelten Formen (Typ-I-Allergien) die größte und am besten untersuchte Gruppe dar. Bei dieser Erkrankung liegen spezifische IgE-Antikörper gegen Lebensmittel vor, die sich auf der Oberfläche von Mastzellen fixieren und bei Allergenkontakt zu einer Freisetzung von Mediatorsubstanzen führen. Bei den Allergenen handelt es sich um Eiweiße mit einem Molekulargewicht von 10 - 200000 kD.

IgG4-vermittelte Allergien

Im Serum der Patienten finden sich auch spezifische Antikörper vom Typ IgG. Von den normalerweise im Serum vorkommenden IgG-Unterklassen kommt IgG4 im Rahmen von Allergien eine besondere Bedeutung zu. Während es normalerweise nur 3-5% der Gesamt-IgG-Fraktion ausmacht, können IgG4-Antikörper im Falle von Allergien über 50% des gesamten IgG repräsentieren. Während Allergologen noch über die Rolle von IgG4 bei allergischen Erkrankungen streiten, konnten namhafte Forschungsgruppen eindeutig nachweisen, daß IgG4-Antikörper sowohl die Fähigkeit haben, Zellen zu sensibilisieren als auch eine allergische Antwort zu blockieren. Im Gegensatz zum IgE handelt es sich bei IgG4 um einen kurzzeitig sensibilisierenden Antikörper (2-4 Stunden im Vergleich zu 50-80 Stunden beim IgE), der in der Lage ist, selektiv an Basophile und Mastzellen zu binden und bei Antigenkontakt eine Histaminfreisetzung herbeizuführen. Ein selektiver Anstieg der IgG4-Spiegel im Serum findet sich bei einer Reihe von Krankheitsbildern, die mit einer Überempfindlichkeit vom Sofort-Typ assoziiert sind. Erhöhte IgG4-Spiegel werden berichtet bei atopischer Dermatitis, Mucoviszidose und allergischem Asthma. Wie Provokationstests belegen, kann IgG4 neben Reaktionen vom Soforttyp auch verzögerte allergische Reaktionen hervorrufen. Aktuelle Studien zeigen, daß unbehandelte Allergiker im mehr als 50% der Fälle stark erhöhte IgG4-Spiegel aufweisen. Da diese Beschwerden erst nach Stunden oder Tagen auftreten, sind die Betroffenen nur selten imstande, die verantwortlichen Nahrungsmittel zu nennen. Auch wenn die Bedeutung allergenspezifischer IgG4-Antikörper noch kontrovers diskutiert wird, sollte eine Untersuchung auf das Vorliegen von allergenspezifischen IgG4-Antikörpern immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn der Patient Unverträglichkeitsreaktionen zeigt, aber spezifische IgE-Tests negativ sind. Erste noch unveröffentlichte Praxisstudien zeigen eine hohe Korrelation von nahrungsspezifischen Antikörpern der Klasse IgG4 mit dem intestinalen Marker Alpha-1-Antitrypsin sowie dem Marker der Eosinophilen-Aktivierung EPX. Bei einigen Patienten war auch eine hohe Histaminfreisetzung im Urin nachweisbar.

Die gestörte Permeabiliät der Darmwand als Auslöser von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Eine wichtige Aufgabe der Schleimhaut des Dünndarms (Mukosa) ist die sogenannte Barrierefunktion, die den Körper vor eindringenden Stoffen schützt. Vielfältige Ursachen können zu einer entzündlichen Veränderung im oberen Dünndarmabschnitt führen, wobei dies zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Darmes führen kann. Bekannt ist dieses Phänomen im Rahmen aller entzündlichen Darmschleimhautveränderungen wie Morbus Crohn und Colitits ulcerosa, bei der Glutenunverträglichkeit und bei Nahrungsmittelallergien/-unverträglichkeiten.

Eine gestörte Barrierefunktion der Mukosa zieht zwangsläufig eine erhöhte Permeabilität nach sich. In Folge entsteht eine gesteigerte Aufnahme von antigenen Strukturen, die letztlich in eine immunologische Überstimulation mit der Folge von z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten auf der einen Seite und/oder zu einer immunologischen Erschöpfung mit der Folge einer Infektanfälligkeit auf der anderen Seite führen kann. In Abhängigkeit von anderen - auch genetischen Faktoren - kann sich die Situation individuell verschärfen. Neben den immunologischen Konsequenzen, die aus einer erhöhten Darmschleimhautpermeabilität erwachsen, ist es der zunehmende Verlust essentieller Mikronährstoffe in das Darmlumen aufgrund der geschädigten Zellstrukturen, sowie die eingeschränkte Resorptionskapazität von Nährstoffen (Malabsorption) die zu spezifischen Mikronährstoff-Defiziten führen können (z.B. Zinkmangel). Ein Circulus vitiosus entsteht.

Durch eine Ernährungsumstellung, die je nach Befund durch eine Elimination des positiv getesteten Nahrungsmittel oder eine Rotationsdiät erfolgen kann wird das Immunsystem entlastet. Entzündliche Veränderungen der Mukosa bilden sich zurück und die mit der Freisetzung von Entzündungsmediatoren verbundene Stimulation der Immunabwehr nimmt ab. Anwendungsbeobachtungen zeigten auch, dass sich Gewichtsprobleme durch eine Vermeidung positiv getesteter Nahrungsmittel günstig beeinflussen lassen.

Der genaue Mechanismus dieses immer wieder beobachteten Phänomens ist noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Interessant ist aber die Tatsache, dass das mit der Adipositas einhergehende metabolische Syndrom X eine Vielzahl von Substanzen wie den Tumor-Nekrose-Faktor , Leptin u.a. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wird vermehrt der Tumor-Nekrose-Faktor gebildet. Hierüber lässt sich ein möglicher Zusammenhang zwischen der Nahrungsmittelunverträglichkeit vom Typ IgG4 und der Adipositas erklären. Bei Nahrungsmittelallergien lassen sich in Bezug auf den klinischen Verlauf zwei Formen unterscheiden, Allergien vom Sofort-Typ, die meist innerhalb weniger Minuten nach Nahrungsaufnahme zu Beschwerden führen und Allergien vom verzögerten Typ, die erst nach Stunden oder Tagen Symptome hervorrufen. In der folgenden Tabelle werden beide Verlaufsformen verglichen.

Darmfloraanalyse

Die Hauptaufgabe des Darmes liegt in der Resorption von Nahrungsspaltprodukten. Die Darmoberfläche hat, wie die Haut, aber auch eine Barrierefunktion zu erfüllen, um eine Invasion von großmolekularen Nahrungsbestandteilen und Mikroorganismen ins Körperinnere zu verhindern. Bei einem erwachsenen Menschen wird durch Auffaltung der Schleimhaut in sog. Kerkring'sche Falten, Zotten und Mikrozotten eine Gesamtfläche von 150-200 m2 erreicht. Mukosa und Darmlumen werden durch ca. 1014 Keime besiedelt, die sich vermutlich in mehr als 400 Arten und Unterarten unterteilen lassen.

Die Zahl der Mikroorganismen im Darm übertrifft damit die Zahl der Körperzellen um das Zehnfache. Sie verfügen über ein höheres Gewicht und eine größere Stoffwechselkapazität als die menschliche Leber. Ruft man sich diese Zahlen ins Gedächtnis, wird klar, dass sowohl Veränderungen der Darmschleimhaut als auch Störungen innerhalb der Mikroflora das physiologische Gleichgewicht des Menschen tief greifend beeinträchtigen können. Die bakterielle Besiedlung der einzelnen Abschnitte im Magen-Darm-Trakt ist sehr unterschiedlich.

Besiedlung des Magen-Darm-Trakts

Magen und Zwölffingerdarm sind relativ keimarm. Im Dünndarm nimmt die Artenvielfalt und die Zahl der Mikroorganismen vom vorderen Dünndarm (103 - 104 KBE/ml) bis zum Ende des Dünndarms (107 - 108 KBE/ml) ständig zu, wobei anaerobe Florabestandteile immer stärker in den Vordergrund treten. Im Dickdarm schließlich werden Bakterienkonzentrationen von 1011 und 1012 KBE/ml erreicht. Gut ein Drittel der gesamten Stuhlmasse besteht aus abgestoßenen Darmbakterien, wobei hier mit 99% der weit überwiegende Anteil auf sog. Anaerobier (leben ohne Sauerstoff) entfällt (Bacteroidesarten, Bifidobakterien, Eubacterien usw.). Kaum mehr als 1% der Bakterienmasse entfällt hingegen auf aerobe oder fakultativ-anaerobe Mikroorganismen (vor allem Escherichia coli und Enterokokken).

Noch bis vor einigen Jahren wurde angenommen, dass Kolon- und Stuhlflora in ihrer Zusammensetzung gleichzusetzen seien. Heute weiß man, dass ein Anaerobier/Aerobier-Verhältnis von 100:1 nur für die Mikroflora des Koloninhalts repräsentativ ist, während an der Darmwand ein ausgewogenes Verhältnis zwischen aeroben und anaeroben Keimen vorherrscht.

Trotzdem ist es möglich, auf der Basis einer Stuhlfloraanalyse Rückschlüsse auf Floraverhältnisse an der Darmwand zu schließen. In unserer Darmfloraanalyse untersuchen wir relevante anaerobe und aerobe Keime und geben Therapiehinweise zur Beeinflussung der Besiedlung mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln, die die fehlenden Keime enthalten. Anschliessend erhalten Sie einen individuellen Darmsanierungsplan von uns schriftlich ausgehändigt!

Grenzflächenprobleme haben ihren Ursprung oft im Darm!

Gerade Neurodermitiskranke, Patienten mit Akne oder Hautpilz, Nesselsucht, rezidivierende Infekte der Haut und Schleimhaut inklusive Heuschnupfen und allergischem Asthma am Atemtrakt sind zusammenfassend als Grenzflächenprobleme anzusehen. Der Darm als die größte Oberfläche im menschlichen Körper mit bis zu mehreren Hektarn, wenn man alle Zotten aneinander legen würde, ist der Dreh- und Angelpunkt dazu! Blähungen, Durchfall, chronische Entzündungen, wechselndes Stuhlverhalten sind Zeichen einer Fehlbesiedlung und können mit den o.g. Symptomen eine Erklärung für diese Erkrankungen bieten.

Aufgrund unseres Therapieansatzes der Darmdiagnostik und probiotischen Steuerung sowie dem schwerpunktmäßigen Verordnen von naturheilkundlichen Mitteln bei Infekten haben wir 2012 z.B. nur halb soviele Antibiotika je Fall einsetzen müssen als unsere Richtgößengruppe (Quelle: Statistik der KV Quartal 1-2012).

Atemtest auf Laktose-/Fruktose- und Sorbitolintoleranz

In diesem Testpaket erhalten Sie eine Dose Laktose, Fruktose oder Sorbitol, die sie in Wasser auflösen und trinken. Vorher und in bestimmten Abständen danach gewinnen Sie per Atemtest Atemgas und dieses wird in Vakuumröhrchen aufgesogen. Im Labor wird dann H2 im Atemtest bestimmt und bei einem entsprechenden Anstieg ist eine Intoleranz diagnostiziert! Das Testset samt Protokoll geben Sie nach der Durchführung in unserer Praxis einfach ab!

Bestimmung der Funktion der Bauchspeicheldrüse

Mittels einer Stuhlanalyse wird die Konzentration der Pankreatischen Elastase 1 im Stuhl untersucht. Dieses Enzym ist verantwortlich für die Verdauung im Darm von Fett. Wenn hier eine Störung vorliegt kommt es zu einer Verminderung der pankreatischen Elastase 1 und zu fettigen Durchfällen.

Glutenunverträglichkeit/Zöliakiediagnostik im Stuhl

Auch im Stuhl kann man Gliadin und Transglutaminase-Antikörper bestimmen!

Kombinierter sensitiver Test auf Darmkrebs im Stuhl

Hierbei werden die vier Parameter im Stuhl bestimmt: Calprotectin, Hämoglobin, Hämoglubin-Haptoglobin-Komplex, M2PK. Hiermit können sehr gute Aussagen zum Vorliegen eines Dickdarmkrebs getroffen werden! Goldstandard ist natürlich die Dickdarmspiegelung, aber als nicht invasives Verfahren bietet sich hier eine gute Alternative ohne Verletzungskomplikationen und für eine engmaschigere Verlaufskontrolle zwischen zwei Dickdarmspiegelungen.